Monatsrückblick März 2025
Anfang März 2025 hat die künftige deutsche Regierungskoalition ein massives Fiskalpaket für Verteidigungs- und Infrastrukturinvestitionen angekündigt. Das hat zu weitreichenden Veränderungen an den Märkten geführt: Aufgrund der zu erwartenden hohen Neuverschuldung sind die Renditen für deutsche Staatsanleihen deutlich gestiegen, verbunden mit einer starken Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar. Die Hoffnung auf dringend erwartete Wachstumsimpulse für die schwächelnde Konjunktur hat den DAX auf ein neues Rekordhoch getrieben, wohingegen US-Aktien zur gleichen Zeit ein neues Jahrestief erreichten.
Die erratische Zollpolitik der Trump-Administration hat zunehmend die Wachstumssorgen in den USA erhöht. Die angekündigten Zölle auf Automobilimporte sowie weitere Zölle Anfang April haben die Anleger zuletzt jedoch auch in Europa wieder vorsichtiger werden lassen. Profiteur der hohen Unsicherheit ist weiterhin Gold, der Preis auf das Edelmetall erlebt unverändert einen Rekordlauf.
Im ersten Quartal 2025 haben in Europa vor allem die neue US-Außenpolitik sowie mögliche höhere schuldenfinanzierte Verteidigungsausgaben die Marktakteure bewegt. So stiegen die Staatsanleiherenditen im Verlauf des Quartals. Ihren Hochpunkt erreichten sie, kurz nachdem SPD und Union Anfang März die Pläne für eine Grundgesetzänderung vorgestellt hatten. Dies bescherte der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen mit einem Plus von 25 Basispunkten (Bp) den höchsten Tagesanstieg seit mehr als 20 Jahren. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen schloss am 31. März mit 2,75 % rund 34 Basispunkte (Bp) höher als Ende Februar und 37 Bp höher als Anfang Januar 2025. Diese Bewegung reflektiert nicht nur, dass die Staatsverschuldung steigen dürfte, sondern auch, dass höhere Ausgaben wohl einen Konjunkturimpuls geben werden. Im kürzeren Laufzeitenbereich fiel der Renditeanstieg weniger deutlich aus, sodass die Zinsstrukturkurve in Deutschland nun steiler ist als zu Jahresbeginn. Darin spiegelt sich wider, dass die jüngsten Inflationsdaten positiv ausgefallen sind und die EZB in den kommenden Monaten wohl die Leitzinsen weiter senken wird.
Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen (Treasuries) notierte hingegen Ende März mit 4,21 % unverändert gegenüber dem Stand Ende Februar 2025 und rund 35 Bp tiefer als am 1. Januar 2025. In den USA stehen die Märkte unter dem Eindruck einer hohen Schlagzeilendichte zur Wirtschaftspolitik. Die US-Wahlergebnisse hatten zunächst für steigende Renditen gesorgt. Denn viele Ankündigungen Donald Trumps waren und sind wenig konkret und ihre Auswirkungen auf Wachstum und Inflation unsicher.
Zum Beginn des Monats März schoss der EUR/USD-Kurs von 1,04 auf knapp unter die Marke von 1,10. Hintergrund waren die Fiskalmaßnahmen in Europa, die aufs Tablett gehoben wurden. Das erste Quartal beendete das meistgehandelte Währungspaar bei 1,08. Die Wachstumsdifferenz zwischen Europa und den USA scheint mit dem Blick auf die kommenden Quartale nachzulassen. Damit hat auch die Differenz der Staatsanleiherenditen moderat abgenommen. Bleiben Zinssenkungen der Fed jedoch aus, wie von unseren Volkswirten erwartet, könnte EUR/USD wieder auf 1,05 fallen. Die EZB dürfte unseres Erachtens den Leitzins weiter senken
Der Goldpreis setzte seine fulminante Rallye des Jahres 2024 – wie beschrieben – im Jahr 2025 fort. Nach einem glänzenden Plus von 27,2 % im vergangenen Jahr hat er im ersten Quartal dieses Jahres um 19,0 % auf 3.123 USD/Feinunze zugelegt. Es war das beste Quartal seit den 1980er Jahren. Seit rund drei Jahren sind die Realzinsen wellenförmig gestiegen, gemessen an der realen zehnjährigen US-Treasury-Rendite um 3 Prozentpunkte auf 2,0 %. Im gleichen Zeitraum hat der Goldpreis einen Sprung um rund 1.000 USD/Feinunze nach oben gemacht, obwohl Anleger auf Metallpositionen keine Zinsen erhalten. Die steigenden Opportunitätskosten der Goldhaltung rückten in den Hintergrund, weil die Welt deutlich unsicherer geworden ist, (geo-)politisch wie ökonomisch. Ebenso spielt die Zentralbanknachfrage nach Gold eine wichtige Rolle.
Im Aktien-Universum mussten die europäischen Aktienmärkte ähnlich wie ihre US-Pendants im März Federn lassen. Der breite europäische Index, der STOXX Europe 600, fiel im Vergleich zu Ende Februar um 4,2 %. Innerhalb von Europa schnitt der DAX mit einem Verlust im Vergleich zum 28. Februar von 1,7 % erneut vergleichsweise gut ab. Der US-amerikanische Leitindex S&P 500 gab um 5,8 % nach. In EUR betrug das Minus sogar 9,7 %. Der MSCI Emerging Markets ist im März hingegen um 0,4 % gestiegen.
In den vergangenen Wochen haben wir von unserer taktischen Übergewichtung europäischer Aktien profitiert. Allerdings sehen wir nun einen großen Teil der erhofften Wachstumsimpulse in Europa eingepreist. Da die Anlegerstimmung in den USA gleichzeitig extrem negativ ist – oftmals ein guter Kontraindikator – senken wir unsere Übergewichtung europäischer Aktien zu Gunsten von US-Aktien wieder auf neutral ab. Das gestiegene Renditeniveau nutzen wir, um unsere taktisch erhöhte Liquiditätsposition wieder zu investieren. Damit erhöhen wir unsere Anleihequote ebenfalls wieder auf neutral.
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